Der Begriff „Europakritiker“

Die Wahl des Parlamentes der Europäischen Union ist nun vorbei und das Ergebnis leider wie erwartet. In den Medien hört man nun andauernd, dass die europakritischen Parteien ziemlich zugelegt haben. Gemeint sind damit Parteien, die klassischer Weise als „rechts“ oder „rechts populistisch“ bezeichnet werden (ohne jetzt über diese beiden Begriffe streiten zu wollen).

Mein Problem mit dem Wort „Europakritiker“ in diesem Zusammenhang ist, dass es so hingestellt wird, als wäre Kritik an der europäischen Union etwas schlimmes. Dabei muss ein Bürger, meiner Meinung nach, ständig fragen, wie das regierende System verbessert werden kann. Dazu gehört Kritik am aktuellen System.

Oder soll etwa mit dem Begriff suggeriert werden, dass Kritik per se schlecht ist? Geht man in die Richtung der Verschwörungstheorien könnte man auch sagen, dass dies so gewollt wäre, um ein gedankliches Verbot von Kritik an Regierungen durchzusetzen. Meiner Meinung nach ist dies nicht so. Viel mehr wollen die Medien die entsprechenden Parteien damit einordnen, ohne ihnen zu unterstellen, sie wären komplett gegen die Europäische Union. Allerdings müssen sich die Medien bewusst sein, welche Wirkung solche Begrifflichkeiten haben.

An dieser Stelle zum Abschluss ein Zitat aus der germanischen Edda, Havamal (Des Hohen Lied), Strophe 24:

„Ein unkluger Mann meint sich alle hold,
Die ihm kein Widerwort geben; […]“

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