Upgrade von Ubuntu 12.10 auf 13.04 auf 13.10

„Never change a running system“ heißt es immer. Ubuntu 12.10 lief bei mir sehr gut und ich hatte keine Probleme. Daher wollte ich eigentlich erst nach meinem sich dem Ende nähernden Studium ein Systemwechsel vollziehen. Allerdings endet der Support von Ubuntu 12.10 bereteis im April 2014. Zu diesem Zeitpunkt beginne ich aber erst meine Masterarbeit. Während dessen werde ich definitiv mein System nicht Upgraden. Das ist mir zu heikel. Also fällt das Upgrade auf die Version 14.04 LTS raus. Deshalb habe ich gestern zwei Upgrades ausgeführt. Zu erst auf Ubuntu 13.04 (Support bis Januar 2014) und direkt im Anschluss auf Ubuntu 13.10 (Support bis Juni 2014).

Würde der angekündigte Displayserver Mir von Cannonical bereits in der Version 13.10 integriert worden sein, hätte ich nochmal überlegen müssen, ob ich nicht eine ganz andere Linux-Distribution verwende. Der Support dieser Ubuntu-Ausgabe läuft, wie bereits geschrieben, bis Juni 2014. Zwar bin ich dort noch nicht mit meiner Masterarbeit fertig, aber ich habe den supportlosen Zeitraum etwas verkürzt. Und diese Version wird ja danach immernoch funktionieren, nur es kommen keine aktuellen Sicherheitsupdates durch das Ubuntu-Team mehr rein.

Gelöschte Pakete und Dateien

Die Upgrades habe ich über den Update-Manager durchgeführt. Größere Probleme konnte ich bis jetzt nicht feststellen. Dennoch war etwas Nachbearbeitung notwendig. Während des Upgrades wurde ich gefragt, ob ich die Datei grub (in /etc/default/) ersetzen möchte. Das habe ich verneint, da ich dort einige Einstellungen vorgenommen hatte. Die Datei 10_linux (in /etc/grub.d/) habe ich beim Upgraden zunächst ersetzen lassen.

Ich hatte mich aber gewundert, dass beim Aktualisieren die Pakete

  • ghostscript-cups und
  • texlive-doc-de

entfernt wurden.

Ein kurzer Blick ins weite Internet ergab aber, dass diese beiden Pakte nicht mehr in der Paketliste enthalten sind. Bei der Dokumentation von Texlive wurden die entsprechenden Dateien in die Sprachpakete integriert (siehe hier und hier). Auch bei dem ghostscript-cups-Paket ist es in ähnlicher Weise passiert (siehe hier).

Entfernen neu installierter Pakete

Weiterhin ist mir auf den ersten Blick aufgefallen, dass das Paket chromium-codecs-ffmpeg-extra und unity-scope-chromium installiert wurden, obwohl kein Chromium-Brower installiert ist, bzw. wird. Diese beiden Pakete habe ich also erstmal denstalliert und bei dieser Gelegenheit auch einige weitere Scopes denistalliert, die mit den Upgrades dazu kamen.

Fremde Paketquellen

Im nächsten Schritt habe ich dann einige externe Paket-Archive wieder aktiviert (z.B. für Virtualbox und JOSM). Danach ließ ich nochmal eine Aktualisierung drüber laufen. Da bei Virtualbox jetzt wieder Fehler beim Starten von Windows 7 auftauchten (Module passen nicht zur genutzten Kernelversion), musste ich wie jedem Kernelupdate die Befehle

sudo m-a prepare

und

sudo m-a a-i virtualbox

durchlaufen lassen. Danach konnte ich auch das virtuelle Windows 7 wieder starten.

Anpassen des GRUB-Startmenüs

Die Datei 10_linux habe ich als nächstes angepasst. Dies ist bei mir notwendig, da ich meinen Laptop (Thinkpad X230i) öfters an einer Dockingstation habe, an der zwei externe Monitore angeschlossen sind. Beim starten kommt es dann zu Fehlern, wenn man nicht das interne (nicht benötigte) Display mit den Bootparametrn ausstellt. Bei mir werden also jetzt nach jedem Kernel-Update zwei Enträge für jede Kernel-Version erstellt. Ein normaler, wie er vorgegeben ist und ein weiterer mit dem Boot-Parameter video=LVDS-1:d.

Dazu habe ich bei mir die Zeile 110 (if [ x$type != xsimple ] ; then) bis Zeile 187 (zwei Zeilen unter   sed „s/^/$submenu_indentation/“ << EOF) der Datei 10_Linux kopiert und am Anfang von Zeile 188 eingefügt. Danach habe ich die Beschriftung angepasst, wie sie im GRUB auftauchen soll. Dazu editierte ich die folgenden Zeilen des neu eingefügten Bereichs von

echo "menuentry '$(echo "$title" | grub_quote)' ${CLASS} $menuentry_id_option 'gnulinux-$version-$type-$boot_device_id' {" | sed "s/^/$submenu_indentation/"
echo "menuentry '$(echo "$os" | grub_quote)' ${CLASS} $menuentry_id_option 'gnulinux-simple-$boot_device_id' {" | sed "s/^/$submenu_indentation/"

in

echo "menuentry '$(echo "$title" | grub_quote) - 2 Externe Monitore' ${CLASS} $menuentry_id_option 'gnulinux-$version-$type-$boot_device_id' {" | sed "s/^/$submenu_indentation/"
echo "menuentry '$(echo "$os" | grub_quote) - 2 Externe Monitore' ${CLASS} $menuentry_id_option 'gnulinux-simple-$boot_device_id' {" | sed "s/^/$submenu_indentation/"

geändert.

Für den Boot-Parameter habe ich die Zeilen

linux    ${rel_dirname}/${basename}.efi.signed root=${linux_root_device_thisversion} ro ${args}
linux    ${rel_dirname}/${basename} root=${linux_root_device_thisversion} ro ${args}

in

linux    ${rel_dirname}/${basename}.efi.signed root=${linux_root_device_thisversion} ro ${args} video=LVDS-1:d
linux    ${rel_dirname}/${basename} root=${linux_root_device_thisversion} ro ${args} video=LVDS-1:d

geändert.

Kleinigkeiten

Das einzige was mich jetzt noch stört ist, dass das Bluetooth-Symbol im Tray nichtmehr vorhanden ist, wenn ich es ausschalte. Nun muss ich immer in die Bluetooth Einstellungen, um es wieder einzuschalten. Außerdem musste ich noch meine vier virtuellen Desktops wieder aktivieren, da seit Ubuntu 13.04 standardmäßig nur einer aktiviert ist (Systemeinstellung → Darstellung → Verhalten → Arbeitsflächen aktivieren).

Andere Dinge sind mir in der kurzen Zeit erstmal nicht negativ aufgefallen. Wenn es soweit ist, werde ich berichten.

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